Vertrauensstellung

Jeder, der schon mal unter Windows was mit Domänen gemacht hat, kennt vermutlich die Vertrauensstellung. Das ist absolut jugendfrei, aber dafür auch genauso spaßfrei.
Es hat was damit zu tun, wie Domänencontroller verschiedener Domänen in einem Wald (oder Gesamtstruktur, wie Microsoft „forest“ liebevoll übersetzt hat) einander vertrauen; auf englisch heißt das ganze „trust relationship“, was weitaus mehr Sinn macht. Wer jetzt auf Google (andere Suchmaschinen sind verfügbar) nach „trust relationship“ sucht, findet hauptsächlich so was hier:
Suchergebnisse zum Begriff 'trust relationship'.

Also hab ich mich mal dran gesetzt, ein „(de)motivational poster“ für die Vertrauensstellung zu bauen.

(De-)Motivational Poster: Trust Relationship

(Wer wahnsinnig genug ist, kann sich das Bild auch herunterladen! Einfach auf das Vorschaubild oder diesen Link klicken. Macht sich bestimmt gut als Wallpaper für den Domänencontroller.)

Öffentlich-rechtlicher Rundfunk: UK vs Deutschland

Es gibt einige Dinge, die macht Großbritannien falsch. Es gibt aber auch einige Dinge, die macht Großbritannien sehr richtig, jedenfalls besser als in Deutschland.

Bis zu diesem Sommer kannte ich die BBC mehr für ihre Fernsehserien, allen voran natürlich Doctor Who. Das letzte Mal, dass ich mit der BBC gekämpft habe, war als ich das Finale der 8. Staffel über einen grottigen VPN gucken musste, wegen Geoblocking.

Am Abend nach der WWDC-Keynote, nach über zwei Stunden mittelmäßiger Sprecher, schlecht geskripteter Witze und viel zu viel amerikanischer Aussprache hab ich mir gedacht, als Kontrastprogramm zu den schnarrenden amerikanischen Stimmen höre ich mir mal BBC Radio an. Eine Ration britisches Englisch. Nun ja, seit dem Abend höre ich eigentlich fast jeden Tag BBC Radio (meist Radio 1).
Dass ich nach meinen letzten Erfahrungen mit Radio (unter anderem 8 Stunden nonstop Schlager am Tag für über 3 Monate, und vier Wiederholungen eines Deutsch-Heul-Emo-Lieds in zwei Stunden) jemals wieder regelmäßig Radio hören würde, hat mich selbst sehr erstaunt.

Wer das Prinzip des öffentlich-rechtlichen Radios in Großbritannien nicht kennt, hier ein Vergleich:
In Deutschland hat jeder Sender einen Musikpool (egal ob privat oder ÖR) und nudelt den tagein tagaus herunter, immer den gleichen Einheitsbrei, und „die Hits der 80er, 90er und die besten neuen Hits“ ist auch nur ein Euphemismus für „Uraltkamellen die keiner mehr hören will, und die üblichen Top 40 Popcharts“. Der Moderator ist quasi austauschbar, was den Ablauf und Inhalt der Sendung angeht.
Bei der BBC ist der Musikpool aufgespalten worden: Radio 1 macht u.a. Charts, neue Musik, Dance; R2 macht „adult contemporary“, R3 macht Klassik, und so weiter. Zudem besitzt jeder DJ/Moderator seine(n) eigenen Slot(s), in dem er/sie meist einen bestimmten Musiktyp, ein Genre, ein Motto hat, und einige Freiheiten hat, was genau gespielt wird. Zum Beispiel Charts, Rock, neue Musik, Orgelmusik, Hard Rock, Dance, und so weiter. Natürlich gibt es Ausnahmen davon, und natürlich ist auch da nicht alles toll und super.

In Großbritannien beträgt die „licence fee“ £145.50/Jahr, das macht ca. £12.12/Monat, das sind je nach Umrechnungskurs um die 17€. Zum Vergleich: in Deutschland kostet die GEZ-Gebühr 17,50€/Monat.
Und was bekommen wir dafür? Furchtbare Scheiße. Ärztesoaps, Seniorenkrimis, Lanz, Pilawa und Kerner, inhaltlosse Talkshows, sinnlose Quizshows, und obwohl wir die GEZ-Gebühr zahlen müssen, zeigen die öffentlich-rechtlichen noch Werbung, primär für Senioren, damit die alten Knacker endlich wieder richtig pissen können, und natürlich Demenzpillen, damit sie nicht mehr die Hälfte von allem vergessen, nachdem das Mutantenstadel den Rest Gehirn zerfräst hat.
Es gibt Ausnahmen, aber die kann der Mann vom Sägewerk an einer Hand abzählen. Klinge ich leicht verbittert? Oh ja. Meine Lohnsteuer bekomme ich wenigstens im folgenden Jahr anteilig wieder, und das Geld finanziert Straßen und Schulen; aber die 17€ GEZ-Gebühr verschwinden auf Nimmerwiedersehen in einem dunkeln Loch und finanzieren von dort nur öffentlich-rechtlichen Bockmist, von dem ich nichts habe. (Ja, sie finanzieren auch Walulis sieht fern, Neo Magazin Royale und Sanft und Sorgfältig, aber anteilig ist das sehr wenig, würde ich vermuten.)

Und für den fast gleichen Preis bekommt man was genau in Großbritannien? Vier große Fernsehsender, fünf weitere Fernsehsender, neun nationale Radiosender, acht weitere (z.T. internationale) Radiosender, dazu Lokalradios für jede Region des Königsreichs. International renommierte Sendungen. Doctor Who, Top Gear, Sherlock, Naturdokus mit David Attenborough, und so viel mehr. Vielfältiges Radio; relativ bekannte Bands und Sänger singen dort auch exklusive Live-Konzerte. Und alles ist für 30 Tage online verfügbar. Alle Radiosendungen, alle Fernsehsendungen. Mit Apps für viele Plattformen. Und vor allem: per Gesetz ist es verboten, Werbung zu senden. 24 Stunden am Tag, ohne eine einzige Werbung. Ist das nicht herrlich?

Aus Interesse habe ich bei der Unterhauswahl im Mai die Berichterstattung der BBC verfolgt (die war sogar in Deutschland als Livestream verfügbar), und ich hatten zeitweise fast Befürchtungen, die 9. Staffel Doctor Who muss ausfallen, weil das Budget für Special Effects an dem Abend nicht klein war. Ein großes Studio mit mehreren Bereichen, riesige Touch-Bildschirme, Datenvisualisierung vom Feinsten, eine große interaktive Karte mit allen ‚constituencies‘, eine 3D-Version des Parlaments, in die die MPs projiziert wurden, Berichterstattung von den Auszählungsorten, und viel mehr. Und hier? Es werden Hochrechnungen gezeigt, ein paar lustige Diagramme, die Spitzenkandiaten dürfen ein paar hohle Phrasen ins Mikro labern, und das war’s fast schon.

Leider will die britische Regierung neben Sozial-, Bildungs- und Gesundheitsleistungen auch die Gelder für die BBC zusammenstreichen (wobei die Kürzungen in den ersten drei Bereichen durchaus schlimmer sind als die Kürzungen im Rundfunk – aber was will man auch erwarten bei einer rechtskonservativen Mehrheitsregierung). Sicherlich gibt es auch der BBC Output, den man ohne große Verluste wegkürzen könnte; aber es ist gefühlt so viel weniger als hier. Die wissen einfach nicht, was sie da haben.

Und dann gibt es noch die BBC Proms. Hat nichts mit dem amerikanischen „prom“ (Ball) zu tun; die Proms sind eine Reihe von über 70 Konzerten im Sommer, übertragen in Radio und Fernsehen. Neben allerlei Klassik sind auch immer einige „populärere“ Konzerte mit dabei; 2011 etwa wurde im Rahmen eines Konzerts über Filmmusik ein Medley von James Bond-Musik gespielt (hier zu sehen und hören); 2015 gibt es unter anderem auch ein Konzert, bei dem Seth MacFarlane Lieder von Frank Sinatra singt (7. August; BBC-Infoseite); und es gibt auch ein Konzert, das ich zuerst gar nicht auf dem Schirm hatte: „Radio 1’s Ibiza Prom“ (BBC iPlayer). Eins der BBC-Orchester spielte dort 90 Minuten lang ein paar Dance-Hits der letzen etwa 30 Jahre. Einfach irre, und das Konzert war richtig gut. Und das alles ist in der „licence fee“ drin.

Nachdem ich auf Twitter einen mehrteiligen Rant gepostet habe, der vermutlich in der schieren Masse meiner Leser verpuffte (hallo, ihr etwa fünf treuen Follower :D) und ich mich an diesen Text gesetzt habe, twitterte Radio 1-DJ Greg James das hier (im Bezug auf das Konzert, das ich eben erwähnte):

I’m watching just one of the 8 million reasons to protect the BBC. It is amazing. @BBCR1 Ibiza Prom. This wouldn’t happen anywhere else.

— Greg James (@gregjames) 29. Juli 2015

Wie recht er hat. Stellt euch das mal vor: die ARD organisiert eine Konzertreihe im Sommer, alles wird on- und offline live übertragen, international bekannte Orchester, Dirigenten und Sänger treten auf. (Während ich das schreibe, singt John Newman eine Live-Orchester-Version eines seiner Songs.) Nicht vorzustellen, oder?

Es wäre so schön, wenn noch in diesem Jahrzehnt die Geosperren für die öffentlich-rechtlichen Mediatheken in Europa fielen. Wenn der Vater eines Freundes, der in Norwegen wohnt, endlich die ZDF-Mediathek vernünftig benutzen kann, und ich endlich den BBC iPlayer benutzen kann. Und auch wenn ich die £12 pro Monat dafür zahlen müsste, um den iPlayer freischalten zu können, wäre ich damit zufrieden (das wäre dann quasi ein nicht ganz billiger, aber guter Netflix-Ersatz). Aber das wird vermutlich nur eine Utopie bleiben. Leider.

Irland und London

Heute vor genau 2 Monaten ging die Reise los, von der ich hier erzähle. Frei nach Schiller: Spät kommt Ihr – doch Ihr kommt!


Nach einer langen Phase voller Arbeit und Unikram von November bis Januar war ich wieder mal reif für die Insel. Im Oktober hatte ich überlegt, wo es hingehen soll für den großen Jahresurlaub 2015.
Die Wahl fiel, die meisten meiner Leser werden es schon wissen, auf Irland. Und wo ich schon mal dabei war (6 Tage Urlaub wären schon etwas mickrig), habe ich die Rückstrecke mal über London gelegt. Da war ich zwar letztes Jahr auch schon, aber wer weiß, wann ich die Stadt wieder so schön einfach in meine Reiseroute einschieben kann.

Außerdem wollte ich diesmal etwas weniger nicht-touristig sein. Denn außerhalb von Hannover1 bin ein Tourist, und schon allein mein Englisch verrät mich. Nicht dass mein Englisch schlecht wäre, aber man hört einfach sofort, dass ich Deutscher bin.

Das Originalskript, aus dem heraus dieser Artikel entstanden ist, ist übrigens gut 10 DIN A4-Seiten lang, wurde komplett auf einem iPad verfasst und enthält zahlreiche Kommentare, Annotationen und Schreibnotizen sowie Kram, der niemanden interessieren würde.

Jetzt ist aber gut mit dem Vorgeplänkel, los geht es: eine Reise durch Irland und London.


Die erste Station auf meiner Reise war die westirische Küstenstadt Galway.

Der Flug nach Irland war eine der Motivationen, das Land zu besuchen: Ryanair bietet Flüge von Bremen nach Dublin für fast 23 Euro an. Das ist doch mal ’ne Ansage.

Im Internet und auch von Freunden und Bekannten hört man so einiges über Ryanair, und das Meiste davon ist nichts Gutes. Aber man soll sich ja sein eigenes Bild machen.

Das Terminal E in Bremen (von wo nur Ryanair-Flüge gehen) ist sehr seltsam, vor allem, weil es anders als „normale“ Flughafengebäude ist. Drei Flüge in drei Richtungen sollten in 30 Minuten gehen, und es war ein echter Sauhaufen von Leuten und Gepäck im Bereich nach der Security.

Aber nachdem sich die Flieger nach Madrid und Manchester verabschiedet hatten, konnten wir einsteigen.

Ryanair ist extrem streng, was Handgepäck angeht, sagt man sich. Andere Fluglinien wie z.B. British Airways sehen das relativ locker, solange du nicht gerade deinen Elefanten mitnimmst. Nicht hier – wer über den Grenzen ist, muss das Handgepäck aufgeben, 50€ blechen, alle Kontrollen erneut durchlaufen und beten, dass dann noch das Gate offen ist.
Da war es anders. Entweder hatte das Personal keinen Bock (Feierabend) oder was auch immer. Jedenfalls kamen wir alle durch, sogar Leute, deren Gepäck wesentlich größer war als mein Rucksack, der nun schon knapp am Limit war.
(Betrachtet das als Ausnahme und nicht als Regel.)

Der Flug an sich war sehr entspannt. Reihe 17 ist eine Notausgangsreihe, und ich in auf Reihe 18 eingeordnet worden. Aber da vor uns die Reihe am Ende leer blieb, würde ich von einem der Flugbegleiter gefragt, ob ich nicht eine Reihe vorrücken würde. Na aber sicher doch. Beinfreiheit!
Im Ernst, wenn meine Knie die ganze Zeit an die Lehne davor stoßen, nervt das extrem. (Das Problem hab ich ja immer bei den Zügen von Bombardier. Jenseits der 1,75m Körpergröße wird das da eng.)

Ingesamt für knapp 23,50 Euro nichts zu beanstanden.

Die Route von Hannover nach Galway

Vom Flughafen Dublin aus ging es weiter über die Autobahnen Irlands bis zur Westküste.

Der Bus nach Galway (eine Direktverbindung) war von GoBus, und ich kann mich auch hier nicht beschweren. Für 17€ in knapp 3 Stunden von Ost nach West, und das mit Steckdosen und WLAN. Und da es um die Zeit eh schon dunkel war, habe ich die Zeit genutzt, Stücke dieses Artikels auf meinem Tablet zu schreiben. Dunkle Autobahn kann ich mir auch in Deutschland anschauen.

An dieser Stelle ein Einschub über Fernverkehr in Irland. Das Schienennetz ist relativ klein und bescheiden, und nach Einbruch der Dunkelheit ist dort meist Ende. Auf manchen Strecken verkehren drei oder fünf Züge am Tag. Wirklich wichtig ist in Irland der Busverkehr.
Das komische an Irland ist – und das musste ich als Deutscher, der das nicht gewohnt ist, auch erstmal realisieren – dass hier der Nah- und Fernverkehr ineinander übergehen. In Deutschland haben wir die Bahn und seit ein paar Jahren auch Fernbusse, und auf kommunaler Ebene gibt es die Verkehrsbetriebe. In Irland gibt es Iarnrod Eireann und Bus Eireann, und daneben noch eine Zahl weiterer Fernbusanbieter, die in alle größeren Städte und alle Gebiete des Landes fahren, und alles läuft unter der Dachmarke „Transport for Ireland“. Dabei ist die Nummerierung der Linien landesweit eindeutig, und Bezahlsysteme wie Leap Card werden in mehreren Städten akzeptiert.

Galway ist klein, geradezu winzig. Es ist zwar schön, einen Gegenpol zu den Großstädten zu haben, aber vom Eyre Square konnte ich locker zu Fuß zur Salthill Promenade gehen.
Der Strand dort war übrigens einwandfrei. Zwar ist es kein Sandstrand, aber es gibt einige sonnige und abgelegene Orte, wo niemand vorbeikommt, und man einfach mal den Kopf abschalten kann (das kann ich gut, ich weiß) und man dann wirklich allein ist. Keine Autos, keine Menschen, nur Steine, Möwen und der Atlantik.

Galway Docks/Harbour

In Galway ist auch nix los. Die meisten Läden machen zwischen 18 und 21 Uhr dicht. Nur Pubs haben alle länger offen. Auch Quay Street und Shop Street sind schnell durch. Es gibt noch ein paar Nebenstraßen, aber an sich ist das der relevante Kern der Stadt, zusammen mit dem Gebiet rund um Eyre Square und Bahnhof.

In Irland, genau wie in England, gibt es überall kostenloses WLAN. An fast jedem Laden pappt ein Schild „Free Wifi“ (oder so ähnlich). Sogar in vielen Zügen. Und glaubt es oder nicht – auch an den Klippen von Moher.
Das macht eine lokale SIM-Karte eigentlich überflüssig, aber ich hab mir dennoch eine gekauft, denn außerhalb von Städten sieht’s mit WLAN mau aus. Dieses Mal bei Three Ireland; da bekommt man bis Sommer 2015 für 20€ unbegrenzt 4G-Internet, SMS und Telefonminuten. In Deutschland zahle ich pro Monat gut 13€ für 1GB 3G-Internet und gar keine SMS/Minuten. Ungerecht.
Das LTE-Netzwerk von Three ist jedenfalls wirklich gut, zumindest in Städten. (Andere sagen, Three ist dann gut, wenn man gerne unerreichbar sein möchte.) Natürlich versagen alle Netze im Ländlichen komplett, aber das ist ja auch hierzulande nicht anders.

Das Hostel, in dem ich in der Zeit war, hieß sehr kreativ „Galway City Hostel“ und liegt an einer Ecke des Eyre Square, direkt gegenüber vom Bahnhof und damit extrem nah am Stadtkern.

Es gibt jetzt nichts, was ich beanstanden würde. Für insgesamt knapp 50 Euro bin ich ziemlich zufrieden. Es gab ein kostenloses Frühstück, WLAN in allen Zimmer, einen kleinen aber angenehmen Gemeinschaftsraum (quasi eine große Wohnküche). Alles sehr klein und gemütlich.
Das Schlafen war retrospektiv betrachtet totaler Luxus, weil ich mir das Zimmer lediglich mit zwei Schwestern aus Werningerode und einem Italiener teilen musste; die waren alle recht „pflegeleicht“. Aber aus irgendeinem Grund bin ich immer exakt alle zwei Stunden (immer um 2:30, 4:30 und 6:30) aufgewacht. Bonus: um 8:30 konnte ich dann direkt aufstehen.

Eine Anmerkung zum Thema Hostels. Nach zwei Jahren und vier Hostels in zwei Ländern habe ich festgestellt, dass das nicht mein Ding ist.
Zum einen ist es nicht sonderlich erholsam, wenn du irgendwann nachts auch mal Ruhe haben möchtest und deine Zimmergenossen ein Mega-Rave hinlegen.
Zum anderen ist es diese Idee, dass Hostels DER Ort dafür sind, neue Leute und Freunde aus anderen Ländern kennen zu lernen; diese Atmosphäre, von der alle möglichen Leute so schwärmen. Ich sag da: fuck that. Diese Art von mehr oder weniger erzwungener sozialer Interaktion habe ich noch nie gemocht (ganz ehrlich: die anderen Leute werden mich wieder vergessen haben, so wie ich sie auch) – und davon gibt es in Hostels mehr als genug. Nein, danke.
In Zukunft werde ich mir da irgendwas ausdenken. Aber das mache ich kein drittes Mal mit.

Die Klippen von Moher

Eine wechselhafte Geschichte war das. Zuerst hatte ich es eingeplant, dann fallen gelassen, dann unter Vorbehalt geplant. Doch nachdem sich Galway als winzig herausgestellt hatte, wollte ich den zweiten Tag (den ich ja damals exakt für diesen Ausflug eingeplant hatte) nicht sinnlos verstreichen lassen.

Ich hatte im Voraus das Busticket von Galway zu den Klippen gebucht, aber nur in eine Richtung, hauptsächlich aufgrund einer Zahl falscher Annahmen.
Eigentlich dachte ich, dass ich um 17 Uhr via Ennis zurückfahren würde, aber erstens kommt alles anders und zweitens… na ja. Dazu gleich mehr.

Die Klippen jedenfalls – whoa. Es sind vielleicht nicht die höchsten, aber die Natur ist einfach super. Und es ist wirklich die Grenze Europas, jetzt nicht der westlichste Punkt, aber doch eine Grenze – wenn man von dort eine gerade Linie über die Karte ziehen würde, wäre die nächste Landmasse Kanada.

Vom offiziellen Pfad führt ein zweiter, inoffizieller Pfad über Privatgelände weiter. Dort ist man zwar nicht mehr durch Blöcke von der Klippe getrennt, aber das macht die Sache umso besser. Es ist zwar nicht ungefährlich, immerhin geht es da ein paar Meter nach unten und ein plötzlich drehender Wind kann dir unerwünschten Rückenwind geben.
Aber wenn man da mit etwas Respekt vor den Naturgewalten (das Wort passt hier wirklich) und gesundem Menschenverstand rangeht, kann eigentlich nichts passieren. Es gibt auch überall Hinweisschilder, und wer die nicht liest, ist selber Schuld.

An einem Punkt, wo der Pfad endgültig endet und ins Niemandsland führt, war es wirklich schön. Du bist dort wirklich komplett allein. Die Touristen auf den hohen Felsen und auf dem offiziellen Pfad sind winzig klein und einen sehr steilen Abgang2 von dir getrennt. Und Mobilfunkempfang kannst du ohnehin knicken.

The Cliffs of Moher

Es stellt sich aber heraus, dass die Klippen doch wesentlich weniger Zeit zum Angucken, Entspannen und Fotografieren brauchen als veranschlagt. (Gut, es war auch Februar und an der See weht ’ne steife Brise, und selbst mit Schal und dicker Jacke ist es verdammt frisch da.) Und so kam es, dass ich statt um 17:10 bereits wieder um 15:20 die Segel strich.
Der Busfahrer war übrigens exakt der gleiche wie auf der Hinreise – und auch wenn er sich vermutlich intern gedacht hat „was für ein Horst“, so hat er etwas extrem Nettes getan: er hat meinen alten Fahrschein genommen, von Hand in ein „day Return“ verwandelt und mir nur die Differenz von gut 2 Euro berechnet.

In der ganzen Zeit bis zu diesem Punkt habe ich mir von irgendwem eine wunderschöne, fette Erkältung geholt, von der ich noch ein paar Tage was haben sollte, was ich da natürlich noch nicht wusste.

Die zweite Stadt auf meiner Reise war Dublin. Für die Fahrt dorthin habe ich anstatt von Bussen mal den Zug genommen. Wie ich vorhin schon schreib, das Schienennetz ist klein, aber vorhanden.

Strecke von Galway nach Dublin

Die Züge sind definitiv interessant – es sind offiziell Züge der InterCity-Klasse, aber es ist mehr eine Mischung aus Regionalexpress und IC. Ungewohnt: bis etwa 20 Minuten vor Abfahrt ist der Bahnsteig durch ein Gitter gesperrt, und es bildet sich eine Schlange. Als Deutscher ist man halt die fetten Trauben an den Türen gewohnt.
Der Sound für Durchsagen ist übrigens das Windows 98-Asterisk-Ping.
Hier mal im Direktvergleich: Ping und eine Ansage im IC.

Die ICs sind relativ langsam. Während in Deutschland ein Regionalzug bis zu 160 km/h fahren darf ohne Zugsicherung (was ich jetzt auch bestimmt schon zum dritten Mal schreibe) und ICs und ICEs meist zwischen 200 und 300 km/h fahren, war die absolute Höchstgeschwindigkeit, die der IC in Irland erreicht hat, 140 km/h.Sehr ungewohnt: das Ticket wird drei Mal kontrolliert (Einlass, im Zug, Auslass), und die Zugänge zu den Bahnsteigen sind mit Ticketbarrieren oder Zäunen gesperrt.

Do not heil a taxi here
Am Bahnhof Heuston ist mir dieses Schild aufgefallen. „Do not Heil a taxi here“ oder wie? 😀 Wobei das in Dublin ja wirklich ein Mann gemacht hat: ich war auf dem Weg zum Essen, da stellt sich der Mann an den Straßenrand und klappt ganz casual den rechten Arm nach oben, mit ausgestreckter Hand und allem. The fuck? (Er hat damit aber nur ein Taxi rufen wollen.)

Dublin

In Dublin habe ich zum ersten Mal ein Irish Stew gegessen (wenn nicht da, wo sonst?), und ich muss sagen: verdammt, das Zeug ist gut! Ist zwar nicht ganz günstig, da mit Lamm, aber dafür umso leckerer.

Die Straßenbahn ist übrigens ein Musterbeispiel, wie man es nicht macht. Die beiden Linien sind nicht verbunden (auch wenn das irgendwann™ kommen soll und deswegen überall Löcher und Gleise in der Stadt verteilt sind). Abends stehen gerne mal drei Bahnen an einer Haltestelle, weil einfach keine Grün bekommt und z.B. die O’Connell Street (Haupt- und Querstraße) fast Dauergrün hat.

Die Ampelanlagen sind ohnehin mies geschaltet, weswegen einfach jeder über die Straße geht, wenn gerade kein Auto kommt. Anarchie!

Ein Problem an Dublin: Es gibt irgendwie nichts so wirklich, was es hier zu tun gibt. Der Kern der Stadt ist ziemlich klein (Fun Fact: Dublin hat in etwa so viele Einwohner wie Hannover), und die Sehenswürdigkeiten sind alle mehr so „hm, nun ja“.
Sobald man etwas weiter rausfährt (ein paar Stationen mit der DART – Dublin Area Rapid Transit, so eine Art S-Bahn), wird es relativ schnell mau.
Der Bereich um die Liffey (das ist der Fluss in der Mitte) ist eigentlich immer voller Autos und Busse, genau wie die O’Connell Street (die „Hauptstraße“ im Zentrum). Die angrenzende Fußgängerzone war immer voll mit Menschen und Leuten, die einem Werbung oder Handzettel in die Hand geben wollten. So was nervt.

Auch witzig: in jeder deutschen Stadt gibt es einen Irish Pub oder zwei. In Irland gibt es Lokale, die mit deutschem Bier werben.

Das Hostel (Dublin)

Meine bisherigen Erfahrungen mit Hostels waren durchgehend positiv. Aber jeder Datensatz braucht einen Ausreißer, und in diesem Fall handelte es sich dabei um das Isaac Hostel in Dublin.

Fangen wir damit an, dass es keine Spinde im Zimmer gibt. Mir ist ziemlich egal ob mir jemand meine dreckige Wäsche klaut, nicht aber ob mir jemand meine SIM-Karte oder mein iPad klaut. Bisher habe ich zwar noch nie erlebt dass in Hostels gestohlen wird, aber irgendwann ist immer das erste Mal.

Auch schlimm war der allgemeine Zustand des Ladens. Die Duschen sind siffig, die Klos waren auf dem Gymnasium sauberer3, und die Klotür selber brach auch fast ab.
Vor ein paar Jahren war ich mal auf einem Campingplatz in Frankreich. Schön warm, Strand in der Nähe, alles gut. In die Duschen wolltest du aber eigentlich nur in Gummistiefeln. Bei dieser Bude reicht das nicht – da muss schon ein Schutzanzug her. Widerlich.
Das Frühstück morgens hat mich sehr an All-Inclusive-Hotels am Mittelmeer in der Hauptsaison erinnert. Das hat mich zum einen daran erinnert, so was nie mitzumachen (das ist doch kein Urlaub, im Ernst), und zweitens hab ich dann beim Bäcker gefrühstückt.

Ich wurde nach der ersten Nacht in einen neuen Schlafsaal verlegt, weil das irgendwie mit den Betten nicht hingehaut hat. Egal, da war ich ganz froh drum, denn das erste Zimmer ging direkt zu Bahngleisen raus, und die Züge machen einen verdammten Lärm. Außerdem musste ich mir das Zimmer mit drei ziemlich dubiosen Kroaten teilen.
Ach, und wann immer jemand bei uns oder im Nebenzimmer die Tür geschlossen hat, haben die Wände gewackelt.

Das zweite Zimmer jedenfalls habe ich mir mit fünf Portugiesen geteilt, und das waren alle ziemlich nette und coole Leute.

Aber auch die Zeit in Irland war dann vorbei, und so ging es von Dublin weiter in die letzte Stadt: London.

Strecke von Dublin nach London

London Flyover (1)

Solche Fotos kriegt man nur beim Fliegen hin. Aus irgendeinem Grund ist der Pilot nicht von Westen an Heathrow angeflogen, sondern ist über der Innenstadt gewendet und von Osten angeflogen. Und da es gerade sonnig und relativ wolkenarm war (eine kleine Rarität in Großbritannien), sind diese Fotos entstanden.

London ist eine dieser Städte, die ich immer und immer wieder besuchen könnte, wenn denn Zeit und Geld reichten. Aber nach drei Mal London in vier Jahren (2012, 2014, 2015) denke ich, dass ich die nächsten Jahre erst mal andere Städte und Länder anvisieren werde. (Aber da mache ich keine Versprechungen.)

Am ersten Tag in London wurde die Erkältung ganz extrem. Am Dienstag Abend ging’s dann schon wieder, aber wirklich super wars immer noch nicht. Aber ich habe fast einen ganzen Tag mit krank sein verschwendet. Juhu.

Der Burgerladen in Elephant & Castle ist übrigens immer noch da! Immer noch der gleiche ranzige Schuppen mit den gleichen Mitarbeitern, und die Burger sind so fettig wie immer, und an shittyness kaum zu überbieten. Aber die Burger sind einfach toll, gerade weil sie so sind. Schön, dass manche Dinge sich nicht ändern.

Das Hostel an sich war gar nicht so schlecht, jedenfalls gute Lage (E1, Tower Hamlets, in direkter Nähe zur Tower Bridge) und es war auch sauber. Die Betten waren ziemlich unbequem, aber das ist ja Geschmacksache.
Die Leute wiederum waren schlimm. In der ersten Nacht hatten wir vier Spanierinnen, die auch auf mehrfache Nachfrage ihr verdammtes Maul nicht halten konnten, und das um Mitternacht. Und anscheinend ist auch halb eins der perfekte Zeitpunkt, um mit einer fucking Plastiktüte zu knistern.
In der zweiten Nacht waren die Spanier weg, dafür kam ein französisches Paar. An sich ist es ja Standard, dass in Mehrbettzimmern jeder sein eigenes Bett hat. Nun, diese beiden Prachtexemplare haben sich gedacht „Fuck the Police, wir teilen uns ein Bett.“
Ist ja an sich meist nicht verboten. Nur wenn diese körperliche Nähe dazu führt, dass man meint, um 2 Uhr nachts die Funktionsfähigkeit der primären Geschlechtsorgane testen zu müssen, dann fahrt zur Hölle. Warum war das ein Problem? Nun, die Federn in den Matratzen quietschten und knarzten wie bescheuert. Und auch wenn du (also nicht du, aber die) langsamer an die Sache rangehst, es lärmt immer noch ziemlich. Eindeutig Kategorie „Dinge, die ich nie wieder hören möchte“.

Das Hostel ging hoch bis in den 9. Stock, dort war allerdings nur noch eine Dachterrasse. Aber so eine Aussicht war auch mal sehr schön.

London Panorama from Tower Hamlets

Für alle Freunde von Statistiken und Diagrammen: ich hab mal zum Spaß notiert und ausgerechnet, mit welcher Tube-Linie ich wie oft gefahren bin. (Na, wer von euch braucht die Legende, und wer kennt die Farben auch so? 😉 )
Tube-Statistiken

Im Apple Store habe ich auch dieses Mal wieder in den iTunes-Demo-Tracks, sagen wir mal „gestöbert“. Apple lässt da ganz schön nach; hier ist die Tracklist. Weniger Musik und weniger Musikvideos.

Außerdem habe ich (als, was ich jetzt auch schon mehrfach erwähne, Tube-„Fan“) mir im London Transport Museums-Shop eine Tasse und ein Handtuch mit der Tube-Map gekauft.

Tja, wirklich viel gibt es diesmal nicht zu erzählen, den Großteil habe ich ja letztes Jahr schon abgefrühstückt.

Strecke von London nach Hannover

Und dann ging es wieder zurück. Meh. Schön blöd, wenn auf gut 220 Arbeitstage nur 20 Urlaubstage kommen.

Aber eins noch zum Schluss: Fish and Chips sind immer noch unglaublich lecker (und werden es wohl immer sein). Na, auch was? 😉
Fish and Chips!


1: Und Göttingen. Aber da bin ich nur noch sehr selten.
2: Mit steil meine ich STEIL. Ich bin in einem Dorf auf einem Berg aufgewachsen, entsprechend viele steile Stellen gab es im Wald nebenan. Aber nicht so steil.
3: Und dort wurde jedes Jahr mindestens ein Klo geschlossen und eine Schulversammlung einberufen, weil irgendein Achtklässler einen ins Pissoir gesetzt und dann alles geflutet hatte. Ghetto halt.

Vier Jahre

Kinners, wir müssen mal reden.

Es ist heute vier Jahre her, dass ich ein Blog auf WordPress eröffnet habe, das später hierher umzog. In dieser Zeit wurde das Blog etwa 52.500 Mal besucht. Party!

Aber dann ist mir eins aufgefallen: In der Zwischenzeit hat sich so viel verändert.

Im März 2011 war ich ein gelangweilter Zehntklässler mit zu viel Tagesfreizeit, die ich dann eben unter Anderem mit Bloggen verbracht habe. Vier Jahre später bin ich Student im 4. Semester und Programmierer, und um ehrlich zu sein, das zusammen beansprucht die meiste Zeit. Auf der Strecke bleibt das Bloggen.

Das ist an sich nicht schlimm, denn ich vernachlässige das Blog ja nicht. Im Hintergrund arbeite ich immer wieder an der Seite – aber eben im Hintergrund, im „Maschinenraum“.
Das ist mir besonders augefallen, weil auf meinem Desktop seit Februar die Datei „Entwurf Artikel Irland raw“ liegt. Der Inhalt: ein kompletter Blogpost über meinen Urlaub diesen Winter. Kommt demnächst raus, aber halt mit gut zwei Monaten Verspätung. Weil ich oft keine Zeit habe, so einen Artikel in einer Session zu schreiben, mit allen Bildern zu versehen, zu finalisieren und zu veröffentlichen; und wenn ich mal Zeit hätte, verbringe ich die oft anderweitig. Aber wenn man einen solchen Text erstmal beiseite legt, wird er schnell vergessen. Deswegen hatte ich ja letztes Jahr auch die Serie mit den Zombie-Artikeln.

Aber ich habe ja schon gut 300 Artikel veröffentlicht, was ist mit denen? Irgendwie muss ich damit ja einige tausend Menschen interessiert haben – oder?
Nun, die Antwort ist ernüchternd: mein Blog hat zwischen 15 und 40–50 Besuchern am Tag. Davon sind fast alle für diesen blöden Artikel, den ich geschrieben hatte, als die Vibration meines Handys versagt hatte, und den Fix dafür. Irgendwie ist der Artikel ganz oben auf der Google Ergebnis-Liste für diese Suche – und glaubt mir, dieser Begriff wird oft gesucht.
(Ja, ich finde den Artikel blöd. Den habe ich damals in 15 Minuten oder so zusammengeklöppelt. Aber andere Artikel, wie der über den London-Urlaub oder den Deutschland-Pass, wo zum Teil Stunden Arbeit reingehen – die Aufrufe dafür kann der Mann vom Sägewerk an einer Hand abzählen.)

Es ist etwas deprimierend, und manchmal habe ich mich schon gefragt: wozu dieser ganze Spaß? Wozu investiere ich Zeit und Geld in eine Seite, die in 90% der Fälle nach unter 30 Sekunden wieder geschlossen und vergessen wird?
Aber ich glaube, ich habe die Antwort für mich gefunden: zum Einen für mich selber – mein Blog, mein Block. Und zum anderen für alle anderen. Wenn ich jemandem in irgendeiner Form weiterhelfen kann mit dem, was ich mache, dann ist das super.

Ich werde mit dem Bloggen nicht aufhören. Es wird nur immer seltener werden. Aber ich denke, damit kann ich ganz gut leben.

Verwirrte Stadtbahnen

Hannover bekommt neue Stadtbahnen. Toll, oder? Leider sind die neuen Bahnen namens TW 3000 ein Jahr verspätet und in der ersten Woche im regulären Einsatz schon zwei Mal kaputt gegangen. Nicht schlecht.

Jedenfalls haben die neuen Bahnen auch ein kleines Identitätsproblem: wer bin ich, und wo fahre ich überhaupt hin? Aus der U7 wurde in Misburg spontan ein Schulbus:

TW 3000: "Schulbus"

Schul"bus" am Endpunkt Misburg.

London Underground-Karten bearbeiten

Diese Anleitung basiert auf Adobe Illustrator CS6 unter Mac OS X. Wenn ihr Windows, andere Illustrator-Versionen oder andere Programme benutzt, können manche Schritte anders oder nicht möglich sein.

An einem kalten Wochenende im Dezember hab ich mir eine große Karte der London Underground heruntergeladen – ich wollte die Karte bereinigen und mir dann im Wohnzimmer an die Wand hängen.

  1. Karte herunterladen. Das geht auf der TfL-Webseite; hier Large print Tube map auswählen.
  2. Schriften extrahieren. Bis auf einen Satz an Standard-Schriftarten (u.a. Helvetica und Courier New) muss jede PDF ihre eigenen Schriften mitbringen. Und genau diese Schriften kann man aus PDFs auch wieder extrahieren. Dafür gibt es Webservices, wie etwa extractpdf.com. PDF hochladen, und alle Fonts herunterladen und natürlich installieren. (Wenn ihr Base85 und/oder LZV im Kopf könnt und alle Referenzen von Hand zerlegen wollt – tut euch keinen Zwang an. Hier ist die PDF 1.6-Referenz.)
  3. PDF in Illustrator öffnen. Hier jetzt die Seite mit der eigentlichen Karte auswählen.
    Auswahldialog beim Öffnen der PDF
    Hier wird es Fehler geben, denn die Schriften fehlen. (Sie sind installiert, aber da sie andere Namen haben, kann Illustrator sie nicht finden.)
    Fehler beim Öffnen
  4. Schriften ersetzen. Wenn ihr nicht scharf darauf seid, alle Textfelder manuell auszuwählen und die Schriften zu ersetzen – das kann Illustrator auch in einem Durchgang.Dazu Type > Find Font (deutsch: Schrift > Schriftart suchen) auswählen, und alle NJFont-Schriften durch die passende lokale Schrift im System ersetzen.
    Der Menüeintrag
    Der Dialog zum Ersetzen von Schriften
    Danach sollte das obere Feld etwa so aussehen (natürlich mit anderem Präfix der jeweiligen Schriften):
    Die ersetzten Schriften
  5. Viel Spaß mit der bearbeitungsfertigen Karte!

Meta-Foto an der Nordsee

Ende Juni war ich ja in Norddeich, mir die Sonne auf den Pelz brennen lassen. (Ich hab einen Monat später noch Sand in den Hosentaschen gefunden.) Die Nordsee hat ja die nette Eigenschaft, dass das Wasser ab und an abhaut, und dann kann man ins Watt gehen.

Möwe und Frau im Watt

Eigentlich wollte ich nur diese Möwe im Watt aufnehmen. Ein schneller Schnappschuss, denn die Viecher hauen schnell mal ab. Erst beim Betrachten des Fotos fiel mir auf, dass eine Frau die gleiche Idee wie ich hatte, nur halt ein paar Meter weiter.
Und so kann man das Foto auf zwei Weisen betrachten: entweder haben wir beide ein Foto der Möwe aufgenommen, oder einer von uns hat den anderen beim Aufnehmen des Fotos der Möwe aufgenommen; höchstwahrscheinlich bin nämlich auch ich auf ihrem Foto gelandet. (Aber das will nun wirklich keiner sehen.)

Und zum Thema „das will doch keiner“: im Original strunzen noch drei weitere Leute durchs Watt, und rechts stand ein dicker Mann mit rosa Eimer. Da die zu sehr gestört haben (nicht nur inhaltlich, sondern auch weil sie zu sehr den Blick gelenkt haben – ja, ich hab im Kunstunterricht in der Oberstufe aufgepasst), hab ich kurzerhand einen Lenin gepullt und die Unerwünschten aus den Fotos ausradiert. (Und sollte jetzt jemand auf die Idee kommen, rumzuheulen wegen politischer Korrektheit, bösen Sowjets und so: pssst.)